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Martinsgans – Mythen, Bräuche und Geschichte

 

Wer war eigentlich St. Martin?

Gehen wir in der Geschichte einige Jahrhunderte zurück. Im Jahre 316 nach Christus wurd ein Pannonien – heutiges Ungarn – der heilige Martin geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren trat er in den Dienste der römischen Armee. Damals soll er an einem kalten Wintertag auf einen Bettler mit schlecher, kaputter Kleidung getroffen sein. Der arme Mann fehte Martin um eine Gabe an, daraufhin teilte der junge Soldat seinen Mantel mit dem Schwert und gab es dem frierenden Alten. In der folgenden Nacht erschien er Martin im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Daraufhin gab Martin den Soldatendienst auf und ließ sich taufen. Später wurde er zum Bischof von Tours geweiht. Er war bekannt für seinen asketischen Lebensstil und wurde nach seinem Tod vom Papst heilig gesprochen. Seither gilt St. Martin als Schutzpatron, nicht nur für Bettler, auch für Soldaten, Waffenschmiede und Haustiere.
 
 

Warum feiern wir gerade am 11. November den Martinstag?

Gestorben ist der Heilige Martin zwar schon am 8. November 397. Am 11. November wurde er dann unter sehr großer Beteiligung der Bevölkerung beerdigt. Seitdem ist der 11. November sein Gedenktag.
 
 

Wieso ziehen Kinder an St. Martin mit Laternen durch die Stadt?

Das Licht hat in der christlichen Symbolik eine besonders wichtige Bedeutung. Die Dunkelheit steht symbolisch für den Teufel und das Böse, wohingegen das Licht ein Symbol für Christus ist. Licht steht für die Heiligkeit Gottes. So lässt sich auch erklären, warum die Kinder mit vielen hellen und bunten Laternen durch die Dunkelheit spazieren. Vorweg reitet ein Mann, verkleidet als römischer Soldat, auf einem Pferd. Oft teilt der Soldat am Ende des Umzugs seinen Mantel mit einem Bettler, angelehnt an die gute Tat des Heiligen Martins. Zudem gehen die Laternenumzüge auf die Lichterprozessionen zurück, die am Vorabend von hohen Festen stattfanden, zum anderen lösen sie die Martinsfeuer ab, die vielleicht Überbleibsel vorchristlicher, germanischer Erntedankfeste sind..

Warum essen wir am Martinstag die Martinsgans?

Heute ranken sich viele Legenden um den angeblichen Grund, weswegen wir zum Gedenken des heiligen St. Martin ausgerechnet Gans essen. Eine davon geht auf die Anekdote zurück, dass sich der äußerst bescheidene und zurückhaltende Martin von seiner Bischofswahl angeblich in einem Gänsestall versteckt haben soll, um der Wahl zu entgehen. Doch die Gänse hätten ihn durch das laute Geschnattere verraten, so fanden ihn die Bürger doch noch und Martin wurde zum Bischof von Tours. Eine andere geht auf das Datum des 11. November zurück. Bis heute ein besonderer Tag, weil mit ihm die 40 Tage der vorweihnachtenlichen Fastenzeit beginnt. Am letzten Tag vor der Enthaltsamkeit, nutzte man die Gelegenheit um reichlich zu essen. Zudem schließt mit dem Martinstag das bäuerliche Jahr, gleichzeitig war der Termin auch für die Ablieferung der Pacht bestimmt. Die Martinsgans ist eine Form der Pachtzahlung gewesen. Da rund um dieses Datum das Gesinde vom Hof geschickt wurde, galt die Gans auch als ein Geschenk für die entlassenen Mägde und Knechte.
 
 

Gibt es noch andere Bräuche?

Neben dem Martinsumzug und den Martinsgänsen ist das Martinssingen ebenfalls ein beliebter Brauch am 11. November. Dabei gehen Kinder von Tür zu Tür und erhalten für ihren Gesang Süßigkeiten und Gebäck. Auch ihre selbstgebastelten Laternen vom Martinsumzug nehmen sie mit. Dieser Brauch ist aber nur in bestimmten Gegenden verbreitet, wie zum Beispiel im Rheinland.
 
 

Gibt es den Martinstag nur in Deutschland?

Nein, den Martinstag gibt es in ganz Europa. Allerdings weist St. Martin häufig auf das deutsche Brauchtum hin. In Bayern und Österreich heißt der Festtag auch Martini. Der Brauch des Martinsumzugs ist auch in Österreich, der Schweiz und in Südtirol verbreitet.
 
 

Wo gibt es noch mehr Informationen zu St. Martin?

Noch detailliertere Informationen zum Leben des Heiligen Martins gibt es zum Beispiel auf der Homepage des Bistum Augsburgs.

 

 


 

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